Donnerstag, 19. März 2026
Das Leiden Christi mit den Augen des heiligen Franz von Assisi betrachten
Herzliche Einladung zu unserer nächsten franziskanischen Kreuzwegandacht in der Schlosskirche Blieskastel am Sonntag, dem 22. März, um 18 Uhr.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes
Wenn wir das Leiden Christi mit den Augen des heiligen Franz von Assisi betrachten, lernen wir ein einfaches, demütiges und liebevolles Gebet. Franziskus hat nicht nur über das Kreuz nachgedacht – er hat es gelebt. Bitten wir ihn, uns auf dem Weg des Herzensgebets zu führen.
Erste Station: JESUS WIRD ZUM TOD VERURTEILT
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Franziskus, der auf Reichtum und Ehren verzichtete, lehrt uns, Demütigungen ohne Widerstand anzunehmen. Nach dem Vorbild Jesu, der schwieg, als er den ungerechten Anschuldigungen des Statthalters Pontius Pilatus und der schreienden Menge gegenüberstand: Kreuzige ihn!
Herr, lehre mich Demut. Lehre mich, Unverständnis und Verurteilung ohne Zorn anzunehmen.
Zweite Station: JESUS NIMMT DAS KREUZ AUF SEINE SCHULTERN
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Für Franziskus war das Kreuz der größte Schatz. Die Liebe zum Gekreuzigten wurde zu seinem Reichtum. Er verstand, dass Jesus, obwohl er reich war, für uns arm wurde, um uns durch seine Armut reich zu machen.
Armer Jesus, lass mich nicht an vergänglichen Dingen hängen.
Dritte Station JESUS FÄLLT ZUM ERSTEN MAL UNTER DEM KREUZ
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Franziskus weinte oft über die Sünden – seine eigenen und die der Welt. Denn er war sich bewusst, wie gut Gott zu den Menschen ist, die ihn immer wieder enttäuschen. Der Fall Jesu lehrt uns nicht Verzweiflung, sondern Bekehrung und Hoffnung auf ein neues Leben.
Herr, gib mir ein reuiges, aber hoffnungsvolles Herz.
Vierte Station JESUS BEGEGNET SEINER MUTTER
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Franziskus lehrte, dass Maria die Mutter der Armen ist – derer, die nichts außer ihrem Vertrauen haben. Auf diesem Kreuzweg begegnen sich die beiden Ärmsten: der Sohn, der alles verloren hat, und die Mutter, die sogar ihn aufgibt.
Maria, führe mich zu Jesus. Lehre mich stille und treue Liebe.
Fünfte Station: SIMON VON ZYRENE HILFT JESUS DAS KREUZ TRAGEN
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Franziskus nannte alle Brüder: Bruder Sonne, Schwester Wasser, Bruder Wind. Denn wer vom selben Vater stammt, ist kein Fremder. Brüderlichkeit entsteht nicht durch große Erklärungen, sondern durch eine Hand, die man unter die Last eines anderen legt.
Herr, lass mich das Kreuz meines Bruders sehen und nicht gleichgültig daran vorbeigehen.
Sechste Station VERONIKA REICHT JESUS DAS SCHWEIßTUCH
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Eine kleine Geste der Liebe spiegelt das Antlitz Christi im Herzen des Menschen wider. Franziskus lehrte, dass Liebe das einfachste Gebet ist. Manchmal genügen schon Anwesenheit, Mitgefühl und Herzenswärme. Barmherzigkeit beginnt mit einem Blick, der nicht abwendet.
Jesus, mache meine Hände zu einem Werkzeug Deines Friedens.
Siebte Station JESUS FÄLLT ZUM ZWEITEN MAL UNTER DEM KREUZ
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Der Weg ist lang. Franziskus erlebte Krankheit, Leid und Ablehnung. Am Ende seines Lebens war er fast blind, von Stigmata gezeichnet und geschwächt. Und doch hielt er durch – im Gebet, in der Freude, in der Treue zum Evangelium.
Herr, wenn ich schwach werde, gib mir die Kraft, aufzustehen. Möge das Gebet mein Atem sein.
Achte Station JESUS BEGEGNET DEN WEINENDEN FRAUEN
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Franziskus rief zu einer Veränderung des Lebens auf – beginnend bei sich selbst. Er reformierte die Welt nicht durch Schreie oder Urteile. Zuerst ließ er Gott sein Herz verwandeln. Die Bekehrung beginnt in der Stille – mit dem Eingeständnis der eigenen Schwäche und der Öffnung für die Gnade.
Jesus, verwandle mein Herz, bevor ich andere verändern will.
Neunte Station JESUS FÄLLT ZUM DRITTEN MAL UNTER DEM KREUZ
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Am Ende seines Lebens empfing Franziskus auf dem Berg Laverna die Stigmata – ein Zeichen seiner tiefen Vereinigung mit dem Gekreuzigten. Sein Körper trug die Wunden Christi, denn sein Herz gehörte ihm bereits zuvor vollständig.
Herr, ich möchte ganz dir gehören. Möge mein Leben ein Spiegelbild deiner Liebe sein.
Zehnte Station JESUS WIRD SEINER KLEIDER BERAUBT
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Franziskus gab öffentlich seine reichen Gewänder seinem Vater zurück und entschied sich für die Armut. Auf dem Platz in Assisi verzichtete er auf seinen Besitz und sein Familienerbe, um zu sagen: „Von diesem Moment an kann ich sagen: Vater unser, der du bist im Himmel.“ Diese Entäußerung wurde zu seiner Freiheit.
Jesus, nimm von mir, was nicht dein ist – Stolz, Egoismus, Angst.
Befreie uns, Herr, von der Zerstörung des Menschen im Menschen.
Elfte Station: JESUS WIRD AN DAS KREUZ GENAGELT
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Die Liebe macht vor dem Leiden nicht Halt. Als Franziskus den Gekreuzigten betrachtete, verstand er, dass wahre Liebe darin besteht, Christus ähnlich zu werden – bis hin zum Kreuz. Und das Kreuz ist kein Zeichen der Niederlage, sondern das Siegel der Liebe.
Herr, lehre mich zu lieben, auch wenn es mich etwas kostet.
Zwölfte Station: JESUS STIRBT AM KREUZ
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Franziskus, der von Leiden und körperlicher Schwäche gezeichnet war, konnte Gott auch dann preisen, wenn alles schmerzte. In den letzten Jahren seines Lebens, fast blind und krank, sang er sein „Sonnenlied” – eine Hymne der Dankbarkeit für die Sonne, den Wind, das Wasser... und sogar für „Schwester Tod”.
Allerhöchster Gott, dir sei Ehre für alles – für die Freude und für das Kreuz.
Dreizehnte Station: JESUS WIRD VOM KREUZ ABGENOMMEN UND IN DEN SCHOß SEINER MUTTER GELEGT
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Franziskus hat mit seinem Leben gezeigt, dass es manchmal das größte Gebet ist, bei den Leidenden zu sein. Kranke, Arme, Verlassene – in ihrer Gesellschaft sah Franziskus Christus. In seiner Einfachheit und Zärtlichkeit lehrte er: Liebe ist Gegenwart.
Herr, gib mir ein empfindsames und treues Herz.
Vierzehnte Station: DER HEILIGE LEICHNAM JESU WIRD IN DAS GRAB GELEGT
V.: Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich.
A.: Denn durch dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Für Franziskus war der Tod eine „Schwester”. Er fürchtete ihn nicht, denn er glaubte an ein Leben, das den Tod besiegt. Sein Herz war voller Hoffnung, selbst angesichts des Endes seiner irdischen Reise – denn er wusste, dass Gott neues Leben bringt.
Jesus, lass mich darauf vertrauen, dass nach jeder Nacht der Morgen der Auferstehung kommt.
Schluss
Von Franz von Assisi lernen wir, dass Gebet Liebe ist, dass es Armut des Herzens ist, dass es Frieden und Einheit mit dem Gekreuzigten ist. „Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens“ – möge dieses Gebet zu unserem Lebensweg werden.







